…und was diese Orte uns zu sagen haben. Damals wie heute: Es gefällt Gott, wenn schwache Menschen ihm vertrauen und er sie für seine Ziele befähigen kann, sie zum Umdenken, Aufbruch, Reden und Tun ermutigen kann

 

 

Berg Ararat (heute: Ağrı Dağı)

Lebt in enger Verbindung mit Gott!

(1. Mose 6,8 – 8,22)

Nach der Sintflut setzte die Arche Noahs auf einem der Ararat-Gipfel auf. Wie muss dem Schöpfer das Herz geblutet haben, seine Geschöpfe wegen Unrecht, Gewalt und Verdorbenheit zu vernichten. In vielen Kulturen gibt es Überlieferungen von der Sintflut. Durch die Arche wurden Noahs Familie und Paare aller Tiere gerettet. Über Noah wird gesagt, er lebte in enger Beziehung zu Gott. Gegenüber Noah legte Gott sich fest, künftig solch eine Katastrophe nicht mehr zuzulassen. Seitdem hat sich Gott selbst mit dem Regenbogen eine Erinnerung an sein Versprechen geschaffen.

Vor rund 2000 Jahren griff Gott erneut rettend ein, wieder legte er sich fest. Gab es in der Arche nur eine Tür zur Lebensrettung, so auch nun durch das Vertrauen auf Jesus. „Ich bin die Tür“, sagt Jesus und lädt alle ein. Für die Schuld aller ließ er sich an ein Kreuz nageln. Durch Jesus haben wir Rettung, Zugang zu Gott, ewiges Leben. Wer sich Jesus ganz anvertraut, bekommt den Heiligen Geist. Durch ihn wird es möglich, in enger Verbindung mit Gott zu leben. Weder die religiösen Vorschriften der Thora noch des Koran oder anderer Religionen ermöglichen dies.

 

Haran (heute: Harran bei Urfa)

Verlasst euch auf Gottes Zusagen!

 (1. Mose 12,1-9)

Als Gott Abraham (Abram) in Haran berief, seine Heimat, Sippe und Verwandtschaft zurück zu lassen, war das mit unabsehbaren Konsequenzen verbunden. Gott versprach Abraham, ihn zum Stammvater eines mächtigen Volkes zu machen, ihn für viele sichtbar zu segnen. Trotz vieler offener Fragen machte sich Abraham im Alter von 75 Jahren auf den Weg. Damit brachte er zum Ausdruck: Egal was wird, ich verlasse mich auf Gottes Zusagen.

Wer heute nach Urfa reist, wird dort bald Geschichten über Abraham hören. Entscheidend ist, selber Gott zu vertrauen, wie Abraham es tat. Nicht die äußere Zugehörigkeit zu einer Religion oder das Halten der Gesetze machen uns vor Gott gerecht. Nur wer sich glaubend auf den Weg macht, ist gerettet. Jesus als der Messias Israels ist der Nachkomme Abrahams (Gal 3,16). Er schuf durch seinen absoluten Gehorsam die Voraussetzung, dass Menschen aus allen Völkern, die an ihn glauben, „mit dem gläubigen Abraham gesegnet werden“ (Gal 3,9). Deshalb die persönliche Einladung: Setze dein Vertrauen auf den Herrn Jesus und du wirst gerettet werden! (Apg 16,31)

 

Antiochien (heute: Antakya)

Auf zur Mission!

 (Apg 11,19-30; 13,1-3)

Das antike Antiochia lag im Süden der heutigen Türkei. Im 1. Jahrhundert begannen hier Christen damit, auch Nichtjuden von Jesus zu erzählen. Und Gott stand ihnen zur Seite. Viele nahmen Jesus als Herrn an. Paulus und Barnabas lehrten ein Jahr lang viele Menschen. Durch den Heiligen Geist wurden die Menschen verändert, neue Kreaturen. Derselbe Geist wirkte dort so gezielt, dass für Barnabas und Paulus klar wurde, sie sollten die Jesus-Botschaft auch in andere Städte tragen.

Wenn wir mit anderen Christen Gemeinschaft haben, dabei auch fasten und beten, kann dies Aufbruch bedeuten: „Auf zur Mission!“ Gott sucht Menschen, die sich beauftragen lassen. Im eigenen Land, kulturübergreifend oder im Ausland soll Menschen Jesus bezeugt werden, sollen Gemeinden entstehen – oder sollen wir Mission den Salafisten überlassen?

 

 

Ikonion (heute: Konya)

Sprecht von eurem Glauben! (Apg 14,1-7)

Paulus und Barnabas predigten in Ikonion von Gott, und viele kamen zum Glauben. Der Herr bestätigte die Botschaft durch Staunen erregende Wunder. Im Mittelpunkt ihres Redens standen Gottes Erbarmen und seine Gnade. Sie sprachen offen und mutig aus, wie Menschen in Gottes Augen gerecht werden. Sie scheuten sich nicht, von Jesus als dem stellvertretenden Opferlamm Gottes und als dem Herrn zu sprechen. – Im 13. Jhdt. ließ sich dort der einflussreiche persische Mystiker Rumi als Herr/Meister (Mevlana) bezeichnen.

Wenn wir an Jesus glauben, dann wollen wir auch von ihm sprechen. Wir können berichten, was sich durch unsere Beziehung zu Jesus verändert hat. Die Gewissheit, Gottes Kind zu sein, Frieden mit Gott zu haben, nicht mehr vor einem letzten Gericht Angst haben zu müssen, schon jetzt Anteil am ewigen Leben zu haben, macht uns froh und dankbar. Gleichzeitig gibt es unsichtbare Mächte, die uns einreden wollen, lieber zu schweigen, uns anzupassen. Wir brauchen deshalb andere, die uns durch ihr Gebet unterstützen (Eph 6,20).

 

Smyrna (heute: Izmir)

Jesus kennt uns und unsere Situation!

(Offb 2,8-11)

Das alte Smyrna war eine reiche Handelsstadt. Die ansässigen Juden lästerten über die Abweichler aus ihren Reihen. Damit setzten sie diese Christen Repressalien aus. Doch Jesus lässt der Gemeinde mitteilen, dass er um die Unterdrü-ckung weiß. Und wenn diese Christen durch wirtschaftliche Benachteiligung arm wurden – Jesus ermutigt sie durchzuhalten, den Siegespreis im Blick zu behalten, das ewige Leben. Bekannt ist, dass 155 n.Chr. der Gemeindevorsteher Polykarp ‚Jesus lobend‘ als Märtyrer verbrannt wurde.

Kannte ich durch persönliche Besuche vor über 20 Jahren nur eine christliche Gemeinde in Izmir, gibt es heute zehn in dieser Stadt. Wie mutig fand ich es vor einigen Jahren, als ein Christ dort offiziell das Wort „Islam“ aus seinem Ausweis streichen ließ. Polizeiliche Kontrolle, Verdächtigungen, Verhöre waren in den vergangenen Jahren keine Seltenheit. In all dem tröstet die Christen in der Türkei, dass Verfolgung oft zeitlich begrenzt ist und wir voll Zuversicht auf Jesus schauen können, der uns jetzt schon teilhaben lässt am ewigen Leben.

Viel schlimmer als Leiden oder Tod ist die ewige Verlorenheit, der zweite Tod (Offb 20,14). Unsere Aufgabe ist es, für unsere Glaubensgeschwister zu beten.

 

Orientierung 2012-03; 01.07.2012

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