Suchen kann blind machen. Während jemand voller Eifer etwas Bestimmtes sucht, können seine Augen verschlossen sein für kostbare Schätze, über die er nahezu stolpert.

Ich freue mich, wenn Muslime die Bibel lesen. Aber manchmal bin ich auch erschüttert, welche „Entdeckungen“ sie dabei machen. Ich kann verstehen, wenn sie den Namen Mohammed in der Bibel suchen. Denn im Koran steht ja, dass Mohammed in der Bibel angekündigt sei (Sure 61,6). Die „Fundstücke“, die sie dann präsentieren, konnten mich aber bisher nicht überzeugen. – Es kam auch schon vor, dass mir jemand als wichtige Information mitteilte, der Name „Mekka“ komme in der Bibel vor. In Psalm 84,7 werde das Tal von „Baka“ erwähnt – und „Baka“ sei ein anderer Name der Stadt „Mekka“. Aber warum sollte jemand durch das Tal von „Mekka“ nach Zion (V. 8) gehen? Doch selbst wenn es wahr wäre – wofür soll diese Erkenntnis gut sein? Sind das wirklich die „Schätze“, die man in der Bibel ausgraben kann?

HINWEISE AUF DEN GRÖßTEN SCHATZ
Jesus gab einmal – fast nebenbei – einen Hinweis, was der größte Schatz ist, den man „in den Schriften“ finden kann, und bei wem man ihn abholen sollte. In einer Diskussion sagte Er: „Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt.“ (Joh 5,39f)

Ewiges Leben in einer versöhnten Beziehung zu dem lebendigen Gott, ein Leben, das jetzt schon beginnen kann und niemals enden wird – einen größeren Schatz kann es gar nicht geben. Alles Andere vergeht. Alles Andere kann nicht unsere tiefste Sehnsucht erfüllen. Denn dazu sind wir erschaffen worden: Gottes Liebe zu empfangen und Ihn wiederum von ganzem Herzen zu lieben.

Davon, sagt Jesus, reden die Schriften – und Er meint damit die Schriften, die wir als das Alte Testament bezeichnen. Dort können wir lesen, wie die Menschen die Beziehung zu Gott durch die Sünde zerstört haben; wie sie auf mancherlei Weise versucht haben, ohne Gott auszukommen – und wohin das führt; wie sie auf mancherlei Wegen versucht haben, zu Gott zurück zu kommen – ohne Erfolg; und wie nun Gott Sein Versprechen wahrmacht, den Retter zu senden, der die Menschen mit Gott versöhnt und ihnen dieses ewige Leben schenkt.

Die Schriften zeugen von Jesus Christus. Er ist der Erlöser. Seine Geburt, Seine Wunder, Sein Leiden und Sterben, Seine Auferstehung – von alledem reden die Schriften. Auf Hunderten von Seiten zeigen sie uns den, der uns von unserer Schuld befreien und uns ewiges Leben schenken kann. Und sie zeigen uns sogar, was wir tun müssen, um ewiges Leben zu empfangen: nicht mehr als „kommen“ wie wir sind, Ihm unsere Schuld bekennen und Ihn bitten, uns mit Vergebung und ewigem Leben zu beschenken.

Die Schriften haben ein klares Ziel, betont Jesus. Sie sollen uns zu Ihm hinführen, damit wir von Ihm ewiges Leben empfangen.

Auch der Apostel Paulus schreibt in einem Brief an Timotheus, wozu die Schriften gut sind: „Bleibe bei dem, was du gelernt hast… weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben an Christus Jesus.“ (2.Tim 3,14+15) – Mit etwas anderen Worten sagt er dasselbe wie Jesus Christus: Die Schriften zeigen dir den Weg zur Rettung. Wir müssen vor der Konsequenz der Sünde, dem ewigen Tod, gerettet werden, um ewiges Leben zu empfangen. Rettung und ewiges Leben sind zwei Seiten derselben Medaille. Die Rettung können wir nur bei dem empfangen, den Gott als unseren Retter gesandt hat: bei Jesus Christus. Und wie können wir gerettet werden? Paulus schreibt: „durch den Glauben an Christus Jesus“, das heißt indem wir uns Ihm völlig anvertrauen. Das ist im Grunde dasselbe, das Jesus als „Kommen“ bezeichnet.

VIELE FINDE-HILFEN
Paulus spricht ebenso wie Jesus Christus von den (vielen) Schriften. Die Bücher der Bibel bilden eine Einheit – und doch haben sie eine Vielzahl von Verfassern. Durch die Vielzahl von Zeugen werden Tatsachen von verschiedenen Seiten her beleuchtet. Aussagen werden überprüfbar: stimmen die Darstellungen überein? Gibt es Unterschiede? Wie gravierend sind die Abweichungen? – Durch die Zeugen aus verschiedenen Epochen wird erkennbar, wie Verheißungen bereits erfüllt wurden und welche noch ausstehen.

Viele Zeugen aus verschiedenen Jahrhunderten sprechen in den Schriften übereinstimmend über das Leiden und Sterben von Jesus Christus. Sie stehen gemeinsam gegen den einen „Zeugen“, der nicht von dem berichten kann, was er gehört, gesehen und betastet hat (vgl. 1.Joh 1,1) – und der alleine etwas Anderes behauptet!

DEN SCHATZ IN EMPFANG NEHMEN
Die biblischen Schriften sprechen eine Einladung aus, die jetzt (erfahrbar!) eingelöst werden kann: „dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe“ (Joh 6,29). Wir werden eingeladen, zu Jesus Christus zu kommen und von Ihm im Glauben Rettung und ewiges Leben zu empfangen. Ewiges Leben hat eine Zukunft ohne Ende – aber es ist nicht nur „Zukunftsmusik“. „Wer den Sohn hat, hat das Leben“ (1. Joh 5,12) – schon jetzt.

Der Koran ist nur „Wort Gottes“, wenn er unverfälscht Wort für Wort in Arabisch rezitiert wird! Das ist in den biblischen Schriften anders. Denn es geht um eine Einladung, und diese Einladung kann in allen möglichen Sprachen weitergegeben werden – solange ihr Inhalt nicht verändert wird. Die Schriften sind übersetzbar: Schon das Alte Testament wurde vom Hebräischen ins Griechische übersetzt – und inzwischen können viele Menschen aus vielen Völkern die Bibel, beziehungsweise Teile der Bibel, in ihren Sprachen lesen.

Wichtig ist, dass die Einladung für den, der eingeladen wird, verständlich ist: Wer lädt mich ein? Wozu werde ich eingeladen? Wann und wie kann ich kommen? Die eingeladene Person muss sich dann entscheiden, ob sie kommen und das versprochene Geschenk abholen will. Es könnte jemand alles genau verstanden haben und sogar ganze Passagen der Bibel auswendig aufsagen können. Aber wenn jemand die Einladung nicht ganz praktisch annimmt, hilft ihm das alles nicht und er geht am größten Schatz vorbei.

DIE BIBEL WEITERGEBEN
Es ist auffällig: Jesus erklärte seinen Zuhörern, was in den Schriften zu finden ist – und wen sie bezeugen. Paulus erklärte Timotheus, wozu die Schriften dienen.

Wenn wir jemandem die Bibel weitergeben, besonders Muslimen: Ist es dann nicht auch sinnvoll, wenn wir ebenfalls erklären, was in der Bibel zu finden ist? Vielleicht ist das die entscheidende Hilfe, den großen Schatz zu entdecken, den Gott auch ihnen schenken will!

Orientierung 2015-02; 29.05.2015
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