Wir erinnern uns gut, wie wir mit unserem einjährigen Sohn in einem der edlen Reisebusse von Ankara nach Izmir unterwegs waren. Nach einiger Zeit kamen wir ins Gespräch mit einer sehr gut gekleideten Frau um die 50 Jahre. Sie freute sich mit uns an unserem Sohn. Doch dann stellte sie bestürzt fest: „Aber Sie haben ihm ja gar kein Nazar umgehängt!“ Damit meinte sie eine blaue Perle zum Schutz vor den Dschinn-Geistern und dem bösen Blick. „Hier, nehmen Sie meines“ und sie gab uns eine goldene Anstecknadel mit einer winzigen blauen Perle. Sie war sehr sehr besorgt und bereit, ein großes Opfer zu bringen. Wir lehnten dankbar ab. Aber sie bestand weiter darauf, dass man damit nicht spaßen sollte, denn es gebe diesen bösen Blick wirklich und er habe schon viele ins Unglück gestürzt. Wir sollten es doch nehmen. Ich gab zur Antwort, dass wir an Jesus Christus glauben, der noch viel stärker ist als alles und uns auch beschützen kann vor allem Bösen. Doch auch nach dieser Beteuerung schüttelte sie nur den Kopf über unsere angebliche Unvernunft.

 

Orientierung 2011-02; 20.04.2011

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