Ein Mitarbeiter erinnert sich, wie seine Haltung Türken gegenüber durch ein Geschenk Gottes völlig umgekrempelt wurde.
Während meiner Ausbildung im Theologischen Seminar Adelshofen fühlte ich mich bereit, auf vielen Gebieten zu arbeiten, nur nicht im Ausland. Auf keinen Fall interessierte ich mich für die Arbeit unter Muslimen, insbesondere Türken. Mit ihnen hatte ich in Deutschland schon einige negative Erfahrungen gemacht. „Von den Muslimen kommt sowieso keiner zum Glauben an Jesus“, dachte ich.

Bis, ja, bis eines Tages bei einem so genannten „Stillen Tag“ mein Leben völlig umgekrempelt wurde. Zu Beginn und Ende jedes Semesters gab es solche Tage, an denen wir uns mit einer kurzen Anleitung und einem Bibeltext für einige Stunden zurückziehen konnten und ins Zwiegespräch mit Gott kamen. Diesmal wurde aus der Bibel der Römerbrief, Kapitel 8 vorgeschlagen.

Ein Vers explodierte regelrecht in meinen Gedanken: „Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Röm 8,32). Mir dämmerte urplötzlich, dass ich nicht versuchen muss, möglichst Erfolg zu haben, etwas aus meinem Leben zu machen und mich zu verwirklichen. Nein! Gott der Vater hat mir bereits alles geschenkt. Sein Wertvollstes. Seinen Sohn. Mehr kann Gott ja gar nicht geben! Wenn Gott mir so jemand wertvolles wie seinen Sohn schenkt, sind die anderen Dinge nur eine Kleinigkeit für ihn: Erfolg, Auskommen, Familie, Beziehungen, Zukunft … Wie groß das Geschenk Jesus Christus doch für uns ist! Danke, Herr!

Wenn ich also meine „Schäfchen schon im Trockenen habe“ mit Jesus, kann ich mein Leben auch da einsetzen, wo es absolut keinen Sinn zu machen scheint, dachte ich mir. Dort wo man nichts erwarten kann. Aber wo Gott es möchte! Könnte ich dann auch unter Türken arbeiten? Ja! – So begann sich mein Leben auf ein völlig neues Ziel auszurichten: Türken die gute Botschaft der Vergebung durch Jesus Christus zu bringen. Auf diesem Lebensweg merke ich: erstaunlicher Weise finden auch Muslime zum Glauben an Jesus.

 

Orientierung 2013-05; 27.11.2013
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