Beim Renovieren der Zimmerdecke in einem Café fanden Christen einen Zettel mit einem seltsamen Spruch eingemauert, der arabische Verse enthielt. Es handelte sich um ein Segensgebet: Karınca Duası (türk. wörtl.: Ameisengebet). Siehe Bild. Die Vormieter waren Türken. Sie versprachen sich offensichtlich von diesem Papier Schutz und Erfolg im ganzen Gebäude und in ihrem Leben.

Unter anderem ist daraus vielleicht die Tradition erklärbar, dass Muslime ihre Gäste nicht alleine lassen. Ein Muslim erzählte mir, dass Bekannte bei anderen, als sie einmal kurz allein im Zimmer waren, im Sofa ein Muska, einen Fluch, versteckten. Es war ein ziemlicher Schock für die Gastgeber, das anschließend herauszufinden. Wenn jemand krank wird oder ein Unglück in der Familie geschieht, wird intuitiv auch nach solchen Ursachen geforscht.

 

Orientierung 2011-02; 20.04.2011

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