Das haben schon viele auf vielerlei Weise erlebt: Man will jemandem etwas Gutes tun, und wird selber beschenkt.

Oft empfand (und empfinde) ich Glaubensgespräche mit Muslimen durchaus als anstrengend. Ich möchte ihnen Anteil geben an der Frohen Botschaft von der Versöhnung mit Gott – und begegne Vorbehalten, Missverständnissen und zum Teil massiven Vorurteilen in Bezug auf die biblische Botschaft. Ja, es gab sogar Gespräche mit Muslimen, durch die ich verunsichert wurde, ob mein Glaube denn wirklich „stichhaltig“ sei, ob der Islam nicht doch „auch recht habe“…

Dennoch muss ich sagen, dass ich durch den Dienst unter Muslimen reich beschenkt wurde. Auch wenn ich in Gesprächen auf Gleichgültigkeit, Kritik und manchmal sogar deutliche Ablehnung stieß, entdeckte ich mehr und mehr, wie kostbar das Evangelium ist. Gegenüber der Heils-Ungewissheit im Islam wurde mir immer deutlicher, wie Gott uns durch Sein Wort in der Bibel Gewissheit der Errettung, also auch echten Frieden schenkt (nicht nur eine vage, unsichere Hoffnung, die einen nicht wirklich zur Ruhe kommen lässt). Gott selber in Seiner Liebe ist es offenbar wichtig, dass wir sagen können: „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben … uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm HERRN.“ (Röm 8,38)

Gerade Gespräche mit Muslimen haben mich dazu gebracht, schon im Alten Testament die erstaunliche Tatsache zu entdecken, dass der große, allmächtige und heilige Gott die Nähe zu uns Menschen sucht: „Ich will unter ihnen (den Kindern Israel) wohnen…“ (vgl. z.B. 2.Mose 29,45; 1.Könige 6,13) – und dass Er Sich geradezu „denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind,“ herunterneigt (Jes 57,15). Im Vergleich zum Islam wurde mir umso eindrücklicher, wie groß Gottes Interesse an einer persönlichen Beziehung zu uns Menschen ist, was sich z. B. in Seinen Gesprächen mit Abraham und Mose zeigt. Während ich das Evangelium weitergeben wollte, lernte ich selber „die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes“ (Titus 3,4) immer klarer und wohltuender kennen und wurde immer dankbarer und begeisterter über Sein Wort.

Auch für das Weitergeben geistlicher Nahrung erweisen sich die Sätze in Sprüche 11,24+25 als wahr: „Da ist einer, der ausstreut, und er bekommt immer mehr, und einer, der mehr spart, als recht ist, und es gereicht ihm nur zum Mangel. – Wer gern wohltut, wird reichlich gesättigt, und wer andere tränkt, wird auch selbst getränkt.“

Ich wünsche auch Ihnen diese Erfahrung: dass Sie von dem, womit Gott Sie beschenkt hat, weiterschenken, und dabei selber noch reicher beschenkt werden!

 

Orientierung 2013-05; 27.11.2013
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