Als wir neulich hörten, er sei drogenabhängig, waren wir ziemlich geschockt. Wir kennen den jungen Nordafrikaner schon seit einigen Jahren. Einmal begegneten wir ihm, als wir bei seinen Eltern zu Besuch waren. Er „überfiel“ uns fast mit seinen Angriffen auf die Bibel: Es gebe ja so viele verschiedene Bibeln – er meinte die unterschiedlichen Übersetzungen. Da er selber in zwei Sprachen zu Hause ist, in Arabisch und Deutsch, war es möglich ihm zu erklären, dass eine wortwörtliche Übersetzung in der Regel nicht verständlich ist und dass man unterschiedliche Wege wählen kann, um den Sinn einer Aussage in eine andere Sprache zu übersetzen. Unterschiedliche Übersetzungen bedeuteten also nicht „unterschiedliche Bibeln“. Er fuhr aber noch einige weitere „Geschütze“ auf. Ein überzeugter junger Muslim, sicher in seinem Glauben! Diesen Eindruck hätte man damals gewinnen können.

Nun wird uns (wieder einmal) bewusst: auch wenn jemand noch so überzeugt klingt – oder sogar überzeugt ist: von etwas überzeugt zu sein, bietet noch keinen Schutz vor Gefährdungen. Ein Mensch kann „abrutschen“; ihm kann aber auch wieder zurecht geholfen werden durch Gottes Gnade, wenn er sich dafür öffnet! – und darum beten wir jetzt.

Orientierung 2014-02; 01.06.2014
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