Was frommen Juden, was uns Christen Halt gibt: Voll Dank singt David „Vom Himmel her griff seine Hand nach mir … entriss mich meinem mächtigen Feind, den überstarken Gegnern … der Herr war mein Halt“ (2. Sm 22,18). Asaf dichtet: „Du hast meine rechte Hand ergriffen und hältst mich … und holst mich am Ende in deine Herrlichkeit“ (Ps 73,23). Halt gibt auch die Erfahrung, dass Gott treu zu seinen Zusagen steht: „Das Wort des Herrn ist verlässlich; er beweist es durch seine Taten“ (Ps 33,4). Mose hatte den unsichtbaren Gott vor Augen, als ob er ihn wirklich sehen würde, und das gab ihm Mut und Ausdauer (Hebr 11,27).

Jesus ging zu Zollbeamten und zu Sündern und setzte sich mit ihnen zum Essen an einen Tisch (Luk 15,1ff). Haltlosen möchte er auch heute entgegenkommen, ihnen Halt und ein ewiges Zuhause geben. Paulus schreibt an seinen jüngeren Mitarbeiter Timotheus: „Halte dir Jesus vor Augen, auferweckt vom Tod!“ (2. Tim 2,8) Darüber hinaus findet Timotheus Halt an der übernommenen Lehre des Paulus, seiner Lebensführung, seinem Lebensziel, also seinem Vorbild (2. Tim 3,10). Am Ende der Bergpredigt lädt Jesus seine Zuhörerschaft ein, sich nach seinen Worten zu richten. Ihnen wird es am Ende so gehen wie dem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baute (Mt 7,24). Ähnlich einladend äußert sich Jesus in einer jüdischen Gruppe, die aus Anhängern und Ablehnenden bestand: „Wer sich nach meinem Wort richtet, wird in Ewigkeit nicht sterben“ (Joh 8,51).

Weinstock und Rebe sind ein einprägsames Bild für Verbundenheit, Halt und Leben: „Wer mit mir verbunden bleibt“, sagt Jesus „so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht“ (Joh 15,5). Und hier kommt Jesus auf den Halt durch Mitchristen zu sprechen: „Ihr sollt einander lieben!“ (15,17). Durch ihr Gebet, die Gemeinschaft miteinander, ihre Ermutigung, ihre Korrektur geben sie einander Halt.

 

Orientierung 2013-01; 15.02.2013

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