Historische Mega-Städte wurden von Gott und seiner Botschaft erreicht. Ihm ist es nicht egal, wie seine menschlichen Geschöpfe leben. Er entschloss sich, als Mensch unter uns zu wohnen. (Joh 1,14) Seine besondere Rettungsaktion begann vor 2.000 Jahren in Jerusalem und hat sich weltweit ausgebreitet.

Babel – Menschen wollen es mit Gott aufnehmen
Babel war die Hauptstadt von Babylonien und lag zwischen Euphrat und Tigris – rund 100 km südlich vom heutigen Bagdad. Nachkommen der Söhne Noahs waren aufgebrochen, um sich in der Ebene im Land Schinar (Bezeichnung für Landschaft Babylonien) anzusiedeln. Auf ans Werk! Wir bauen uns eine Stadt mit einem Turm, der bis an den Himmel reicht! (1.Mose 11,3) Was war die Motivation dieser Menschen, die damals alle noch dieselbe Sprache sprachen? Sie dachten: Dann wird unser Name in aller Welt berühmt. Dieses Bauwerk wird uns zusammenhalten, sodass wir nicht über die ganze Erde zerstreut werden. Theologen deuten dieses Vorhaben als menschlichen Versuch, in Selbstüberhebung es mit Gott aufzunehmen. Der Herr kam vom Himmel herab, so lesen wir, und verwirrte ihre Sprache. Dadurch kam es zum Baustopp und die Zerstreuung über die ganze Erde begann. Heute gibt es etwa 7.000 Sprachen. An Pfingsten erlebten die ersten Christen einen Vorgeschmack auf die endzeitliche Erlösung – ein neues Reden und Verstehen über alle Sprachgrenzen hinweg. (Apg 2,6)

Ninive – Gott lässt sich umstimmen
Zeitweise war Ninive Hauptstadt des Assyrischen Reiches am Oberlauf des Tigris im heutigen Irak, nahe Mosul. Etwa um 770 v.Chr. sagte Gott zum Propheten Jona: Ich kann nicht länger mit ansehen, wie böse die Leute dort sind. Er beauftragte ihn: Geh nach Ninive, der großen Stadt, und kündige ihr mein Strafgericht an! (Jona 1,2) Was hat Gott seinem Boten zugetraut! Dieser Stadt mit 120.000 Einwohnern wurde angedroht, in 40 Tagen ein Trümmerhaufen zu sein. Doch getroffen von dieser Botschaft, begann der König mit Fasten und Umkehr und rief mit seinen Ministern die Stadtbevölkerung zu gleichem Handeln auf. Als Gott das sah, tat es ihm Leid, sie zu vernichten. (3,10) ja, er ließ sich umstimmen.

Antiochien – Stützpunkt christlicher Mission
Antiochien wurde 300 v.Chr. gegründet. Ruinen davon sind bei der heutigen Stadt Antakya, im Süden der Türkei, zu finden. Antiochien am Fluss Orontes war Hauptstadt des nördlichen Syrien und galt als dritte Stadt im römischen Reich. Hier wurden Anhänger von Jesus Christus zuerst Christen genannt (Apg 11,26), hier entstand eine Gemeinde aus Menschen mit heidnischem Hintergrund (Apg 11,20-21). Für Nicht-Juden unter den Christen war die Entscheidung des Apostelkonzils in Jerusalem erleichternd: wer durch Gottes Gnade Jesus vertraut, braucht keinen Übertritt zum Judentum, keine Beschneidung. Von hier aus brachen Paulus und seine Mitarbeiter zu Missionsreisen auf. (Apg 13,4 u.a.) Jakobus, Leiter der jüdischen Gläubigen, hatte sich zum Anwalt der nichtjüdischen Christen gemacht und erinnerte an den Propheten Amos: Ich werde die verfallene Hütte Davids wieder aufbauen… damit auch die übrigen Menschen nach mir fragen, alle Völker, die doch von jeher mein Eigentum sind. (9,11-12)

Ephesus – Gott baut sein Reich
70 km südlich vom heutigen Izmir (Türkei) lag die einstige Ägäis-Hafenstadt Ephesus. Sie war eine der ältesten, größten und bedeutendsten griechischen Städte Kleinasiens. Über Jahrhunderte stand dort ein Tempel zu Ehren der Artemis (lateinisch Diana) – in der griechischen Mythologie zählte Artemis zu den großen olympischen Gottheiten. Der Apostel Paulus kam im 1. Jahrhundert nach Ephesus und predigte zuerst drei Monate in der Synagoge, dann zwei Jahre lang täglich im Lehrsaal des Tyrannus (Apg 19,9). Alle in der Provinz Asien, Juden und Griechen, hörten so die Botschaft Gottes. Es gehörte zur Strategie von Paulus, die frohe Botschaft in den Stadtzentren bekannt zu machen. Dämonenbeschwörer bekamen es mit der Macht von Jesus zu tun, viele von denen, die zum Glauben gekommen waren … brachten ihre Zauberbücher und verbrannten sie öffentlich (Apg 19,18-19). Ein Silberschmied zettelte einen Aufstand an, da er die Verehrung der Göttin Artemis – und damit seinen geschäftlichen Erfolg – schwinden sah. Bewegend ist zu lesen, wie sich Paulus einige Monate später von den Ältesten der Gemeinde verabschiedete (Apg 20,16-38).

Jerusalem – die Stadt der Gegenwart Gottes
Seit dem 4. Jahrtausend v.Chr. ist Jerusalem (Stadt des Friedens) besiedelt. König David machte die Jebusiterstadt zur Davidsstadt, zu seinem Regierungssitz und holte die Bundeslade dahin. (2.Sam 5,7;6) Er erwarb auch einen Platz für einen Altar, um dort zu opfern – den Platz für den späteren Tempel. (1.Chr 21,14.18; 22,1) Der Tempel war zentrales Heiligtum für alle Juden, Ort der Gottesbegegnung. Die Wallfahrtslieder in den Psalmen 120 bis 134 zeugen davon. Psalm 137 drückt Klage und Sehnsucht der für 70 Jahre deportierten Juden in Babylon aus. Jesus hat mit seinem stellvertretenden Opfertod vor den Toren von Jerusalem Frieden gestiftet – der global allen Menschen gilt, die ihm vertrauen.

Vom künftigen neuen Jerusalem wird angekündigt, dass Gott mitten unter den Menschen wohnen will: Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen. (Offb 21,1-3) Die Stiftshütte in der Mitte des Lagers des wandernden Gottesvolks Israel war bereits ein Abbild davon. (2.Mose 25,8) Menschen sind willkommen bei Gott. Heute wohnt Gott in seiner Gemeinde: Weil ihr zu Christus gehört, seid auch ihr als Bausteine in diesen Tempel eingefügt, in dem Gott durch seinen Geist wohnt. (Eph 2,22)

Lasse ich mich von Gottes Geist verändern und führen, kann ich, können wir als Christen in unserer Umgebung so etwas sein wie Stadtveränderer. Die Gemeinde trägt eine Verantwortung für das Wohl und die Rettung von Menschen. Im Brief an die Galater (6,10) ermutigt Paulus: Wir wollen allen Menschen Gutes tun, besonders denen, die mit uns durch den Glauben verbunden sind. Paulus rief unmissverständlich dazu auf, nicht mehr wie die Heiden zu leben, die von ihrem verkehrten Denken in die Irre geführt werden. (Eph 4,17ff) Schließlich hat Gott euch aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr seine machtvollen Taten verkündet. (1. Petr. 2,9)

Orientierung 2015-03; 01.08.2015
Sie dürfen diesen Artikel frei kopieren unter Angabe der Herkunft: www.orientierung-m.de