Als Schatz bezeichnen wir einen wertvollen Besitz wie Gold, Edelsteine oder andere Kostbarkeiten. Die Sterndeuter aus dem Osten brachten neben Gold auch Weihrauch und Myrrhe als Schätze. Doch als Schatz wird auch der Partner in gelingenden Ehen und Beziehungen angesehen und benannt. Leider sind alle diese Schätze der Vergänglichkeit unterworfen. Welcher Schatz ist bleibend und wie gelingt es, unvergängliche Schätze zu sammeln?

 

Haben Sie vom Goldrausch der drei Schatzsucher gehört, die Nuggets (Goldklumpen) entdeckt hatten? Sie einigten sich, in der Stadt ihren Claim (abgestecktes Grundstück) einschreiben zu lassen und Material zu kaufen, aber niemandem etwas zu verraten. Als sie aus der Stadt weggingen, sahen sie eine Menge Leute in ihre Richtung gehen. Sie fragten sich, wer von ihnen etwas ausgeplaudert hatte. Doch die Leute sagten ihnen: „Ihr braucht uns gar nichts zu sagen, wir sehen es an euren Gesichtern!“

Ohne es bemerkt zu haben, mussten sie betroffen feststellen, dass die entdeckten Schätze sie selbst verändert hatten.

 

Kostbarstes hergeben – für ein Baby?

Jesus wurde im unbedeutenden Städtchen Bethlehem geboren. Bald nach seiner Geburt kamen Sterndeuter weit aus dem Osten und fragten in Jerusalem nach dem neugeborenen König. Sie hatten seinen Stern gesehen. Die befragten ansässigen Gelehrten konnten herausfinden, dass der versprochene Retter in Bethlehem geboren werden sollte. Als die Sterndeuter den Stern genau über der Stelle sahen, wo das Kind war, überkam sie eine große Freude. Sie waren am Ziel ihrer Suche und störten sich nicht an den ärmlichen Verhältnissen.

Sie gingen in das Haus (der Stall war die erste Notunterkunft) und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria. Da warfen sie sich vor ihm zu Boden und ehrten ihn als König. Dann holten sie die Schätze hervor, die sie mitgebracht hatten, und legten sie vor ihm nieder: Gold, Weihrauch und Myrrhe. (Mt 2,11)

Weihrauch hatte damals eine Zeit lang mehr Wert als Gold. Diese eines Königs würdigen Geschenke brachten die hohe Verehrung der Sterndeuter zum Ausdruck – für ein Baby gaben sie Kostbarstes her. Sie sahen in ihm den neugeborenen König, ja, er selbst war für sie ein größerer Schatz als ihre dargebrachten Geschenke. Als weit gereiste Ausländer beugten sie, wahrscheinlich ohne es umfassend zu begreifen, ihre Knie vor dem, durch den Himmel und Erde gemacht sind, dem König aller Könige. Der regierende König Herodes war zu-nächst erschrocken, dann heckte er einen listigen Plan aus. Einen Konkurrenten wollte und konnte er nicht dulden – in der Region Bethlehem wurden alle kleinen Jungen im Alter bis zwei Jahre getötet.

Viele Muslime beugen ihre Knie noch in Richtung Mekka. Dass Jesus mehr als der Sohn Marias, mehr als ein Prophet ist, wurde ihnen noch nicht gesagt oder sie können es noch nicht annehmen. In manchen Ländern werden Konvertiten verfolgt, bestraft und getötet. Würden die Täter – wie die Sterndeuter – Jesus als König erkennen, würden sie sich dafür schämen, sich vor ihm zu Boden werfen und überlegen, womit sie ihm danken können. Viele Menschen haben bereits vor Jesus ihre Knie gebeugt und ihm mit Herz und Händen gedankt und ihn geehrt. Wovon würden Sie sagen, „es ist mein Schatz, den ich vor Jesus niederlege, ihm bringe“?

 

Kostbarstes hergeben – für Jesus!

Jesus freut sich, wenn Menschen anderen Gutes tun, für Bedürftige spenden, sich Zeit für die Gemeinschaft mit Gott im Gebet und Gottesdienst nehmen. Auch manche Muslime nehmen ihre frommen Pflichten sehr ernst. Und denken wir an den reichen jungen Mann und daran, wie vorbildlich er gelebt hat! (Lk 18,18-27) Doch hinderte ihn Besitz und Geld daran, Jesus nachzufolgen. Wie dankbar wären arme Zeitgenossen gewesen, ein wenig von seinem materiellen Segen ab zu bekommen. Das Problem bei vergänglichen Schätzen und Reichtum ist, dass diese unser Herz binden. Denn unser Herz wird immer dort sein, wo wir unsere Schätze haben. (Lk 12,34) Für Jesus ist das Kostbarste, wenn wir ihm unser ganzes Vertrauen schenken, ihm die Regie unseres Lebens überlassen, in Abhängigkeit von ihm bleiben. Das tun wir, weil wir selbst mit dem Kostbarsten beschenkt worden sind: Jesus hat sein eigenes Leben hergegeben und hat damit jeden vor Gott rein und gerecht gemacht – der es in Anspruch nimmt. Was der Entschluss auslöst, Jesus zu vertrauen, wird bei dem ausländischen Finanzminister anschaulich: Von Freude erfüllt setzte der Äthiopier seine Reise fort (Apg 8,39).

 

Kostbarstes einsetzen – für solch einen Herrn

Folgt ein Mensch Jesus nach, wird seine Grundstimmung Freude sein. Er wird immer wieder Jesus im Gebet für diese Rettung danken und auch andere werden die innere Veränderung spüren. Doch Zweifel, Probleme, Krankheiten und Ablehnung werden nicht ausbleiben. Leider lassen wir Menschen uns dadurch beeinträchtigen und sogar abwenden. Der Apostel Paulus musste dies in den von ihm gegründeten jungen Gemeinden feststellen. Deshalb schreibt er: In Christus sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen (Kol 2,3). Damit macht er deutlich: diese Schätze sind nur bei ihm zu finden. Deshalb forschen wir – möglichst gemeinsam – in der Bibel, um diesen Reichtum zu entdecken und im Glauben standhaft zu werden. Denn einseitige Weisheit oder Erkenntnis öffnet Türen für Irrlehren und Spaltungen. Damals wie heute ließen sich Menschen durch Überredungskünste blenden und täuschen. Als Christen konzentrieren wir uns auf das Wichtigste, denn in Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. (Kol 2,9)

Die Freude über den entdeckten Schatz, dass Jesus für unsere Schuld mit seinem freiwilligen Sterben bezahlte und uns neues, ewiges Leben schenkt, bleibt nicht ohne Auswirkung auf unser ganzes Leben. Für solch einen Herrn wollen wir unser Kostbarstes hingeben, damit viele andere – auch Muslime – daran Anteil bekommen und wie die Goldgräber zu strahlen beginnen. Das bleibt dann nicht verborgen: Ihr braucht uns gar nichts zu sagen, wir sehen es an euren Gesichtern!

Orientierung 2011-05; 25.11.2011