11.2011: Wir parken unseren Bus vor einem relativ kleinen Asylheim im Großraum Frankfurt. Einige von uns gehen ins Haus, klopfen sich von Tür zu Tür und laden die Bewohner ein, zum Literaturbus zu kommen. Als sich eine Wohnungstüre öffnet, schauen uns zwei schwarze Gesichter entgegen. Zwei Mädchen aus Eritrea. Auf Englisch laden wir sie zum Auto ein. Erwartungsvoll kommen sie sofort mit. Am Wagen angekommen zeigen wir ihnen die Literatur in Tigrinya. Die Mädchen können es nicht fassen. Mehrmals rufen sie „Praise God!“ (Gott sei Dank) und stürzen sich auf die Kiste. Die Freude steht in ihren Gesichtern geschrieben und sie wissen vermutlich nicht, wie sie dieser Freude Ausdruck geben sollen. Sie freuen sich über das Wort Gottes, wie einer, der fette Beute gemacht hat (Psalm 119,162). Die eine von ihnen konnte ihre Bibel mit nach Deutschland nehmen, die andere hatte keine. Da wir leider auch keine in Tigrinya haben, schenken wir ihr eine englische Bibel. Ein in der Zwischenzeit dazu gekommener junger Mann aus dem gleichen Land nimmt sich auch etwas aus der Tigrinya-Kiste. Soviel Freude bei der Annahme von Gottes Wort – das würden wir uns öfters wünschen. Ermutigt verabschieden wir uns und fahren zum nächsten Heim.

11.2013: Ein Afghane, ca. 50 Jahre alt, kommt in Münster mit seinem Fahrrad an den Büchertisch. Als er erfährt, um was es hier geht, fragt er uns, ob wir Zeugen Jehovas sind. Beruhigt als wir verneinen nimmt er erstaunt den persischen Kalender, eine Broschüre und verabschiedet sich dankbar. Vielleicht eine Stunde später kommt der Afghane mit Fahrrad wieder. Diesmal sagt er: „Jetzt will ich mal etwas Werbung für Sie machen. Bitte geben Sie mir noch drei persische Kalender zum Weitergeben an meine Familie!“

Orientierung 2014-01; 15.02.2014
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