Sind wir uns unserer Verantwortung bewusst, die wir als Deutsche Türken gegenüber haben? Über 70% der Muslime in Deutschland sind türkischer Herkunft. Das ist eine ganz besondere Situation, in die uns Gott hineinstellt. Wie wäre es, wenn Ihre Gemeinde eine Patenschaft für den Bau einer türkischen Gemeinde in ihrer Stadt übernimmt?

 

George Verwer, Gründer der Mission „Operation Mobilisation”, rief 1982 tausenden jugendlichen Zuhörern auf einem Ostertreffen zu: „Ihr Deutschen habt den Türken gegenüber eine ganz besondere Verantwortung!” – womit er geschichtlich gesehen nicht Unrecht hat. Türken fühlen sich seit jeher mit den Deutschen verbunden, sei es durch die Weltkriege oder wirtschaftliche Interessen, so zumindest empfinden es die Türken. Dazu kommt: über 70% der Muslime in Deutschland stammen aus der Türkei. Sie sind seit 1961 als Arbeitsmigranten in unser Land gezogen. Seither nehmen sie immer mehr zu und bilden mit 2,6 Millionen den größten Teil der Muslime in Deutschland überhaupt.

Wir danken Gott für die vielen Türken und Kurden in Deutschland, die zum Glauben an Jesus gefunden haben und sich in deutsche Gemeinden integrierten. Immer wieder hört man davon. Leider wollen die meisten von ihnen vorläufig mit ihren Landsleuten nicht viel zu tun haben. Es fällt ihnen schwer, ihre neue Verbindung zu Christus unter diesen auch weiterzusagen.
Einige türkische Gemeinden in größeren Städten gibt es bereits. Besonders drei Städte will ich hier erwähnen: Stuttgart, Köln und Berlin beherbergen türkische Gemeinden mit teilweise türkischen Gemeindeleitern. Daneben gibt es noch Gottesdienste evangelikaler türkischer Christen, die ursprünglich teilweise orthodoxen Minderheiten angehörten, wie in Bietigheim, Wiesbaden, Mannheim und Bebra. In anderen Städten finden türkische Hauskreise mit Konvertiten und Christen aus orthodoxen Minderheiten z.B. in Hannover, Oberhausen, Aachen, Siegen, Gießen, Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Nürnberg, Heilbronn, Pforzheim und Lörrach.

  … Hier kommen Sie ins Spiel …

Obwohl meine Aufzählung nicht ganz vollständig sein mag, sind das noch viel zu wenige türkische Kreise. Wie kann in anderen Städten mit vielen Türken ein christliches Angebot entstehen? Hier kommen Sie ins Spiel. Helfen Sie mit! Sie können einen entscheidenden Beitrag leisten, dass in Ihrer Umgebung ein türkischer Kreis von Christen entsteht.

 

Wie kann das konkret aussehen?

Zuerst einmal erkundigen Sie sich: Gibt es in Ihrer Stadt überhaupt jemand, der sich um Migranten kümmert oder ist Ihre Stadt ein „weißer” türkischer Fleck auf der Karte der Christenheit?
Zweitens entscheiden Sie sich als Gemeinde für eine Selbstverpflichtung, sich um die Türken in Ihrer Stadt oder Nachbarstadt zu kümmern. Nehmen Sie sich ein Beispiel an einer Gemeinde in den USA, die sich 2006 neben allen gemeindlichen Aktivitäten und Missionsarbeiten verpflichtete, für 40 Jahre daran zu arbeiten, dass eine türkische Gemeinde in Paris entstehen soll.

Drittens überlegen Sie, wie Sie vorgehen sollen. Dazu gehört die statistische Erhebung der türkischen Bevölkerung. Daten finden sie bei jedem Einwohnermeldeamt und Statistischen Ämtern. Die Ämter sind zur Auskunft verpflichtet. Außerdem wäre es gut, wenn Sie mit Organisationen Kontakt aufnehmen, die auf diesem Gebiet arbeiten (z.B. Evangelische Allianz Deutschland, Evangelischer Ausländerdienst, Orientdienst), die auch Literatur und Medien in dieser Sprache anbieten. Wir haben einige vollzeitliche türkische Mitarbeiter, die Ihnen wertvolle Tipps und Schulungen bieten können und eventuell sogar von Zeit zu Zeit Dienste in Türkisch übernehmen können.

 

Wo sind die Christen und Gemeinden in Deutschland, die türkische Migranten evangelisieren, ihnen das Lebensbrot austeilen und ihnen auf diese Weise „Gastfreundschaft” bieten?

 

Orientierung 2002-05; 15.02.2000…

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