Wie können wir Nichtchristen und Muslimen die gute Botschaft von Jesus Christus bringen?

Das fragen wir uns immer wieder. Oft werden wir nicht verstanden.  Ein Grund kann der sein, dass wir von etwas reden, was weder gebraucht noch verstanden wird.

Nehmen wir einmal an, eine Person überrascht mich mit der Aussage, sie habe gerade 400,- Euro für mich bezahlt, weil ich zu geringen Abstand zu einem Auto hatte. Meine normale Reaktion wäre: „Von was reden Sie überhaupt?“ – Solch eine Aussage kommt nicht als eine gute Nachricht bei mir an. Denn ich verstehe sie nicht. Mehr noch, sie verletzt mich regelrecht und macht mich wütend. Denn die Person sagt mir damit indirekt, dass ich hätte eine Verkehrswidrigkeit begangen habe, wo ich doch denke, dass ich gar nichts falsch gemacht habe.

Wenn mir die Person aber den ganzen Sachverhalt erklärt: ich sei gerade auf dem Weg hierher von Köln auf der Autobahn A3 bei mehr als 130km/h weniger als 1/10 des halben Tachowerts, also ungefähr eine Wagenlänge, hinter einem Mercedes hergefahren. Und das, obwohl mehrfach Schilder vor zu geringem Abstand warnten! In der Nähe des Frankfurter Flughafens bin ich geblitzt worden. Mein Fahrverhalten sei extrem gefährlich gewesen… Dann beginnt es mir langsam zu dämmern. Die Gesetzesmühle war dabei, sich erbarmungslos zu drehen, als ein mir Unbekannter einschritt und für mich bezahlte. Nach dem ersten Erschrecken kommt eine große Dankbarkeit in mir auf.

 

Die schlechte vor der guten Nachricht

Erst wenn wir also genau erzählen, was falsch gelaufen ist, macht die gute Nachricht (das Evangelium) Sinn. Das heißt: die schlechte Nachricht muss VOR der guten Nachricht genau erklärt werden.

Mancher mag einwenden: Christen machen Nichtchristen unnötigerweise ein schlechtes Gewissen. Aber in Wahrheit ist es ja nicht so, dass wir erst „den Bedarf schaffen.“ In Wahrheit haben alle ja Menschen tatsächlich gesündigt und sind von Gott getrennt, doch sie wissen es nicht. Deshalb machen wir ihnen das bewusst. Ein Mittel, das zu tun, ist das Gesetz Gottes:

„… denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“ (Röm 3,20b) Und: „Die Sünde erkannte ich nicht, außer durchs Gesetz.“ (Röm 7,7b) Das heißt, wenn wir einem Nichtchristen oder Muslim die Zehn Gebote als Maßstab nennen, wird er seine Schuld erkennen können.

 

Wir könnten zum Beispiel (grob vereinfacht) folgendes Gespräch führen:

Wie rechnest du dir deine Chancen aus, in den Himmel zu kommen? Hast du Gottes Gebote gehalten? Der Maßstab Gottes ist klar. Möchtest du ihn wissen? Die Zehn Gebote. Jeder, der sie bricht, hat die Zukunft im Himmel verloren. Lass uns mal einen Test machen:

– Hast du schon ein10 Gebote mal gelogen? Ja? Was wirst du dadurch? Ein Lügner! Ganz richtig! Eine Lüge macht dich zum Lügner!

– Und schon einmal gestohlen? Nein? Etwas ganz Kleines? Ja? Was macht das aus dir? Einen Dieb! Genau!

– Begehrend nach Frauen geschaut? Jesus spricht von unseren Blicken. Was bist du dann? Ein Ehebrecher (laut Bergpredigt).

– Missbrauchst du den Namen Gottes? Etwa, indem du „Herrgott noch mal“ oder so etwas sagst? Dann hast du Gott beleidigt!

Du hast zugegeben, dass du ein Lästerer, Dieb, Ehebrecher und Lügner bist. Du konntest dich an Deine Taten erinnern. (Röm 2,15; 7,13) Wir haben nur einige der Gebote angeschaut. Es gibt noch mehr. Wenn du jemanden hasst, hast du ihn in Gedanken getötet. Dann bist du ein Mörder usw.. Wenn du dich an Deine Taten erinnerst, wird Gott das auch tun! Noch viel genauer. Denn er ist gerecht. Das ist dein Problem. Wenn du jetzt darüber nachdenkst, ob du in den Himmel oder in die Hölle kommst, was würdest du sagen? Hölle? Richtig!

Was kannst du jetzt noch machen? Umkehren vom Bösen. Absolut richtig! Aber das reicht nicht. Du hast ja Böses in die Welt gesetzt. Den Himmel kannst du dir nicht (mehr) verdienen. Jesus Christus brauchst du, den Retter. Er hat für dich bezahlt. Ihn musst du annehmen, dann wirst du gerettet.

Die schlechte Nachricht muss der guten vorausgehen. Die Zehn Gebote können uns helfen, erstere deutlich zu machen. Jesus selbst gebrauchte die Gebote Gottes mehrfach in Gesprächen, um Sünden bewusst zu machen und zu sich selbst einzuladen. (Mt 5,20; Mt 19,22; Joh 4,18; Joh 7,7…)

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie:

Orientierung 2011-04