Über die Gefahr, in Fettnäpfchen zu treten.
Wir erleben immer wieder, wie wir in der Begegnung mit Muslimen in Fettnäpfchen treten, manchmal ohne es zu wissen. Wir geben hier einige Tipps weiter. Wenn Sie ähnliche oder auch andere Fettnäpfchen bei Besuchen und Gesprächen mit Muslimen erlebt haben, würden wir uns sehr über eine Mail von Ihnen freuen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und lassen Sie andere dadurch an Ihren Erfahrungen teilhaben.

Hier einige Tipps:
Ziehen Sie Ihre Schuhe aus, auch wenn die Gastgeber sagen, es sei nicht nötig! Begrüßen Sie zuerst die Älteren, dann die Jüngeren. Ältere im Raum besonders beachten und ehren, auch wenn sie weniger Deutsch können.

Beachten Sie die Kinder und sprechen Sie ein Segenswort aus: z. B. „Gott segne Euch und das Kind!“ Verbreitet ist die Angst vor dem sogenannten bösen Blick, dass Dämonen aufmerksam werden, wenn man ein Kleinkind lobt oder gut von ihm redet.

Achten Sie als Frau auf konservative Kleidung, ohne veraltet zu wirken. Frauen sollten Männern nicht zu tief in die Augen schauen – und umgekehrt. Wenn wir beim Begrüßen dem anderen Geschlecht die Hand geben, dann nur zögerlich und beiläufig. Beine nicht überkreuzen, als Frau möglichst keine offenen Haare. Essen und trinken Sie von dem, was Ihnen angeboten wird – völlig leer essen gilt als unhöflich, bzw. als Aufforderung, nachgefüllt zu bekommen.
Versuchen Sie in erster Linie ins Gespräch zu kommen, nicht unbedingt christliche Literatur weiterzugeben. Loben Sie positive Dinge, wie z. B. den Glauben an Gott im Allgemeinen. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten – erzeugen Sie Neugierde. Vermeiden Sie es, über Israel, USA oder den Terrorismus zu debattieren. Wenn Sie direkt danach gefragt werden, bitten Sie Gott um Weisheit, so zu antworten, dass Sie keinen unfruchtbaren Streit provozieren.

Weniger die Vergebung der Sünden betonen, mehr die Befreiung von Schande. Erzählen Sie nicht blauäugig von Mission, Missionaren und Konvertiten.

Packen Sie ein Gastgeschenk von Muslimen nicht vor ihnen aus. Denn der Besucher ist wichtiger als das Geschenk. Als Mitbringsel sind Blumen oder Süßigkeiten aus dem türkischen/arabischen Laden „sicher“.

Bieten Sie Türken auch von Ihrem Essen an, wenn Sie etwas essen – es gilt als unhöflich, alleine in Gegenwart von anderen zu essen. Bis zu dreimal kann man etwas anbieten, weil viele beim ersten Mal aus Höflichkeit ablehnen.

Orientierung 2013-02; 08.04.2013
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