Türken in Frankfurt äußern sich zu Fragen des Gerichts Gottes und der Heilsgewissheit

 

Bei einer nicht repräsentativen Umfrage 2003/2004 im Südwesten von Frankfurt in 35 türkischen und kurdischen Haushalten ergaben sich folgende Antworten:

1. Haben Sie Angst vor dem Tod? – 50% antworteten mit „Ja”.

2. Haben Sie Angst vor dem Gericht Gottes? – 75% antworteten mit „Ja”.

3. Haben Sie Angst, dass Gott Ihnen nicht vergibt? – 61% antworteten mit „Ja”.

4. Sind Sie sicher, dass Sie in den Himmel kommen, wenn Sie sterben? – 13% antworteten mit „Ja”.

 

Muslime haben generell weniger Angst vor dem Tod als vielmehr vor dem Gericht Gottes. Im Koran wird vor dem furchtbaren Gericht Gottes in vielen Beschreibungen gewarnt. Der Tod selbst wird nur als Übergang verstanden. Gott soll reich an Vergebung sein, aber ob er wirklich vergibt, bleibt nach koranischer Lehre ungewiss und Gott überlassen. Heilsgewissheit darf ein ernsthafter Muslim nicht haben, was Hochmut wäre. Nur Gott bleibt es vorbehalten, zu entscheiden, ob ein Mensch ins „Paradies” kommt. Damit entsprechen die Antworten der Mehrheit durchaus der muslimischen Lehre.

Zum Thema Heilsgewissheit gaben Muslime z.B. folgende Antworten: „Wenn ich genug Gutes getan habe, komme ich ins Paradies, aber das weiß nur Gott”. – „Niemand kann sicher sein, ob er in den Himmel oder in die Hölle kommt”. – „Nach der Läuterung (einer Art Fegefeuer) komme ich ins Paradies”. – „Wir sind hier, um geprüft zu werden von Gott. In der Hölle wird man bestraft. Nachher folgt aber das Paradies – wenn wir an Gott und Mohammed glauben”. – „Der Mensch kann es nicht wissen”. – „Ein Paradies soll es wohl geben, sagen alle, dann sollte ich das wohl glauben.”