Mit Gott (etwas er-) leben

Viele Gespräche mit Muslimen drehen sich um Vergleiche zwischen biblischen und koranischen Aussagen über Gott oder um theologische, oft fast philosophische Fragen unserer Gottesvorstellungen. Dabei kann ein sehr wichtiger Aspekt völlig in den Hintergrund geraten: die Frage, wie weit Gott in unserem alltäglichen Leben überhaupt eine Rolle spielt. Ist Gott lediglich ein „Gesprächsgegenstand“ und nicht viel mehr der lebendige Herr?

Vor einigen Jahren lebte ein junger Muslim eine Zeitlang mit uns in unserer Wohnung. Während dieser Zeit hat er das ganze Neue Testament durchgelesen. Hin und wieder kam es zu Gesprächen über Glaubensfragen. Vor allem aber bekam unser Gast viele Einblicke in unsere Lebensweise. Dabei sah und hörte er auch – mehr als uns selber zunächst bewusst war, welche Rolle Gott in unserem Alltag spielte. Er merkte, dass wir versuchten, unser Leben nach Gottes Willen auszurichten. Er hörte, wie wir im Gebet vor dem gemeinsamen Essen auch für Gottes Hilfe bei der Arbeit oder in anderen Situationen dankten. Wenn Besucher kamen – einige von ihnen waren Mitchristen – und das Gespräch sich unter anderem um Erfahrungen mit Gott drehte oder wir einander von Seinem Wort her Ermutigung weitergaben, saß er manchmal dabei. Er wusste, dass wir in den Schwierigkeiten, die er gerade durchlebte, für ihn und seine Situation beteten und daraufhin auch einzelne konkrete Gebetserhörungen erlebten.

Eines Tages sagte er in ganz erstauntem Ton – und für uns ganz überraschend: „Ihr lebt ja mit Gott in eurem Alltag! Was ihr mit eurem Gott erlebt, will ich mit meinem auch erleben!“

Wir wissen nicht, wie intensiv er in der Zeit nach dieser Aussage wirklich eine lebendige Beziehung zu Gott gesucht hat und welche Erfahrungen er gemacht hat. Jedenfalls war es ihm wichtig, auch andere Christen kennenzulernen. – Ob er selber nun von ganzem Herzen nach Gott sucht oder nur ein bisschen: wir beten, dass Gott ihm weiter nachgeht – und ihm dazu auch andere Christen „über den Weg schickt“.

Orientierung 2010-02; 15.05.2010
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… von Johannes Schulte, Vorstandsmitglied von Orientierung: M e.V.

Entspannter leben!

Wir wollen Menschen für Jesus gewinnen. Wir sind interkulturell und missionarisch aktiv. Wir sind bemüht. Und wir sind müde.

Kennen Sie das? So aufrichtig unser Bemühen ist, manchmal sind wir dabei in der Gefahr, auszubrennen. So war es bei mir. Jahrelang dachte ich, Gott kann nicht ohne mich. Ich trug die Last für viele Aufgaben auf meinen Schultern und auf meinem Herzen. Meine Gesundheit litt und meine Ehe drohte zu scheitern: 2006 erlitt ich einen starken Burnout und musste mich aus dem vollzeitlichen Missionsdienst beim damaligen EAD zurückziehen.

Ist es das, was unweigerlich auf uns wartet, wenn wir für Jesus leben und arbeiten? Auf Umwegen habe ich gelernt: Nein, Jesus möchte unsere Last erleichtern. Er will, dass wir entspannter leben. Und ich habe die Freiheit kennengelernt, die diese Wahrheit mit sich bringt.

Sie wünschen sich mehr Impulse, wie Sie entspannter und stärker leben und ein Ausbrennen vermei- den? Auf www.inspiriere.de/ori-m finden Sie ein kostenloses Ebook (PDF) von Johannes Schulte dazu.

 

… von Dr. Thorsten Grahn, Geschäftsführer von Orientierung: M e.V.

Mein Tipp für eine gelingende neue Woche – und darüber hinaus – kommt von Josua.

Josua war ein starker Leiter. Er war der Nachfolger des legendären Mose. Josua führte seine Leute in ein neues Land. Er musste gegen übermächtige Gegner und gegen Fehlverhalten in der eigene Truppe kämpfen. Er war kriegserfahren, Menschen–erfahren und Gott–erfahren.
Sein Fazit am Ende des Tages: Gott hat für euch gekämpft. Er hat die starken Gegner besiegt. So achtet um eures Lebens willen genau darauf, den Herrn, euren Gott, zu lieben!
(Die Bibel, Josua 23, 10/11)